Mobbing in der Familie – DAS Tabuthema

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Mobbing in der Familie – DAS Tabuthema

Mobbing in der Familie – ein Thema, über das sich noch immer die wenigsten trauen zu sprechen bzw. zu erkennen und sich einzugestehen, dass es tatsächlich so ist und sie Opfer von Mobbing in der eigenen Familien waren bzw. immer noch sind – und viele Menschen auch als Erwachsene immer noch das Gefühl haben, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, sie nicht liebenswert sind und sie sich verändern müssen um dazu zu gehören und von den anderen geliebt zu werden.

Das „Bild“ der intakten Familie, dass im Außen aufrecht erhalten und der „Gesellschaft“ entprechen muss – genau das macht es oft so schwer zu erkennen, was in WAHRHEIT sehr oft, hinter den verschlossenen Türen, tatsächlich passiert.

Hier und da mal zu streiten, dass kommt in allen Familien mal vor, doch wenn ein Familienmitglied systematisch und ständig als „Feindbild“ angesehen, erniedrigt, gedemütigt, bloßgestellt, ausgegrenzt oder lächerlich gemacht wird – dann ist das MOBBING!

In der eigenen Familie – die uns ja „eigentlich“ Schutz und Halt bieten soll – die Erfahrung zu sammeln, dass wir weniger Wert sind als andere und dass wir so wie wir sind nicht liebenswert sind – diese Erfahrungen prägen uns für unser ganzes Leben.

Da die Familie – in die wir hinein geboren wurden bzw. in der wir aufgewachsen sind – unsere ersten und somit auch die wichtigsten Bezugsperonen für uns als Kind sind, hinterfragen wir all die Prägungen erstmal nicht und speichern alles ungefiltert in unserem System ab, was uns von ihnen mitgegeben wurde.

Mobbing kann durch verschiedene Mitglieder in der Familie erfolgen – in den meisten Fällen geschieht es aber durch (Stief)Elternteile – in Verbindung mit den Großeltern – anderen Familienmitgliedern aus dieser Reihe und Geschwistern, die in dieses System verstrickt sind bzw. dahin gehend manipuliert wurde

Wie erkennt man, dass man Mobbing in der Familie erlebt bzw. erlebt hat?

  • ständiges kritisieren
  • beschimpfen, anschreien und/oder Demütigungen
  • Abwertung durch Äußerungen oder Blicke
  • immer bist DU schuld, wenn in der Familie etwas schief läuft
  • Gewaltandrohung oder -ausführung
  • nicht (an)gehört zu werden – in allem was man sagt wird man unterbrochen oder ignoriert
  • man sollte sich um Dinge kümmern, welche den anderen Geschwistern nicht aufgetragen wurden bzw. die Aufgabe der Eltern gewesen wären
  • wenn man sich äußert wird man lächerlich gemacht oder mit Worten abgewertet
  • man wird mit „Liebesentzug“ bestraft und „isoliert“ bzw. ausgegrenzt
  • Geschwister oder auch die Kinder der Geschwister wurden „liebevoller“ behandelt bzw. „aufgewertet“ und bevorzugt
  • Geschwister oder andere Familienmitglieder wurden aufgefordert Dich zu verleumden, damit sie nicht mit Dir in Verbindung gebracht werden und somit die „Familie“ besser da steht
  • bei anderen wird schlecht über Dich geredet und Lügen verbreitet, damit der Mobber in einem „guten Licht“ da steht und viele andere (Familienmitglieder und Freunde) durch diese Manipulation mit auf „seine Seite gezogen“ werden können

die Liste der Aufzählung könnte noch viel weiter ausgeführt werden…….

Doch das sind, aus meiner Sicht, die wichtigsten Punkte um zu erkennen, wie perfide dieses Mobbing in der Familie abläuft.

Durch diese Erfahrungen sind wir dann der Überzeugung, dass all das was sie uns einreden, was sie uns mit ihrem Verhalten „spiegeln“ und wie sie uns behandeln nur richtig sein kann – und stellen NIE die Frage, warum sie sich uns gegenüber so verhalten, wie sie es tun und ob evtl. mit DENEN etwas „nicht stimmt“ – ganz im Gegenteil, wir stellen UNS ständig in Frage und suchen teilweise Jahrzehnte lang danach, was mit UNS nicht stimmt!

Wenn dann der Moment gekommen ist in dem wir erkennen, dass hier etwas grundlegend falsch gelaufen ist und wir es ansprechen, dann bekommen wir die Antworten: „das stimmt nicht“ und „das bildest Du Dir nur ein“ – und genau das sind die Antworten an denen Du Dir sicher sein kannst, dass in der Familie etwas massiv schief gelaufen ist und man Dir wiederum einreden möchte, dass Deine Wahrnehmungen falsch sind.

Was macht Mobbing in der eigenen Familie mit UNS?

Schon seit wir denken können fühlen wir uns nicht dazugehörig oder als „schwarzes“ Schaf in der Familie. Und genau dieses Gefühl das in unserer Kindheit entstanden ist – hat dazu beigetragen, dass wir uns auch als Erwachsene noch so fühlen und zulassen, dass andere mit dem Finger auf uns zeigen und uns für IHRE Themen verantwortlich machen.

WIR fühlen uns schuldig und schämen uns – meist unbewusst – dafür , dass wir den Erwartungen der Anderen nicht gerecht werden.

Je länger wir diesen Situationen ausgesetzt sind/waren um so mehr Auswirkung hat es auf unsere Psyche. In einem solch toxischen Umfeld aufgewachsen zu sein hat zur Folge, dass wir eine vollkommen falsche Sicht auf uns selbst und meist auch sehr selbstschädigende Verhaltenseisen entwickelt haben.

Tage-, Wochen-, Monate- und oft Jahrelang sind wir damit beschäftigt uns selbst zu hinterfragen und herauszufinden, was mit uns nicht stimmt – all das kann dazu führen, dass wir keinen Zugangn mehr zu unseren GEFÜHLEN haben und somit unserer Wahrnehmung- unserer INTUITION – nicht mehr vertrauen.

Mobbing an sich ist schon eine sehr schmerzhafte Erfahrung doch die tiefste Wunde in der Seele ist wohl das Mobbing der Mutter.

Keine Beziehung kann konfliktreicher sein als die der Mutter und ihren Kindern bzw. einem bestimmten Kind.

Unsere Mutter ist die erste große Liebe in diesem Leben, mit der wir uns – im wahrsten Sinne des Wortes – von der Zeugung an zutiefst verbunden fühlen und wo bedingungslose Liebe von der Natur vorgesehen ist.

Doch wenn diese tiefe Liebe von der Mutter nicht erwidert werden kann, dann ist das für ein Kind sehr schwer zu ertragen.

  • emotionale Kälte und Vernachlässigung der kindlichen Bedürfnisse
  • Gewalt – physisch wie psychisch
  • emotionaler Missbrauch
  • früher und abprupter Rauswurf aus dem Elternhaus
  • üble Nachrede

sind Erfahrungen, die auch im Erwachsenenalter schwer nachwirken und die zur Folgen haben, dass man sich auch als Erwachsener INNERLICH immer noch wie ein Kind fühlt das nach der Liebe der Mutter schreit.

Was kannst Du gegen Mobbing in Deiner Familie tun?

Auch hier gilt wie IMMER – schau EHRLICH hin und erkenne, ob und wie Mobbing in Deiner Familie stattgefunden hat bzw. evtl. noch immer stattfindert.

Mache dir BEWUSST, dass NIEMAND – auch nicht Deine Familie – das Recht hat Dich so zu behandeln oder Dir, auf welche Art auch immer, zu schaden.

Lerne Grenzen zu setzen. Durch das setzen von KLAREN Grenzen schützt Du Dich und zeigst dem/den Anderen deutlich auf, dass Du Dich so nicht (mehr) behandeln lässt.

Sollte sich das Verhalten der entsprechenden Person(en) nicht verändern dann nimmt Abstand von ihnen und suche Dir, falls es Dir schwer fällt, einen Menschen dem Du vertraust und der Dich auf diesem Weg unterstützt!